Schwul verreisen: So machst du's sicher und wie ein Profi

 

Angesichts der Tatsache, dass immer mehr Länder Homosexualität entkriminalisieren und die Homo-Ehe legalisieren, könnte man durchaus davon ausgehen, dass die Zeit reif ist, die Welt zu erforschen und sein Pride-Erlebnis zu genießen. Mit den Prides in Sao Paulo und Madrid, die Jahr für Jahr Millionen von Pride-Begeisterten auf den Straßen willkommen heißen, scheint auch die globale Offenheit und Akzeptanz der LGBTQ-Community auf einem absoluten Höchststand zu sein. Nichtsdestotrotz ist die Diskriminierung von LGBTQ-Personen fast ebenso spürbar, was das Reisen für Schwule gefährdet und unsere heutigen Rechte in Frage stellt.

Im April 2019 versuchte der Sultan von Brunei dem Staat Borneo ein auf der Scharia basierendes Strafgesetzbuch aufzuzwingen, das die Todesstrafe durch Steinigung für Sex zwischen Schwulen vorsah. Nach einem gewaltigen öffentlichen Aufschrei verschiedener Prominenter, darunter Ellen de Generes und George Clooney, sowie einem Aufruf zum Boykott der im Besitz des Sultans befindlichen Hotels wurde das Gesetz glücklicherweise aufgehoben.

 

 

 

Es war dennoch eine erschreckende Erinnerung daran, dass unsere Rechte ohne Weiteres gefährdet werden können und dass die Sicherheit von Schwulen und Lesben in vielen Teilen der Welt noch immer keine Selbstverständlichkeit ist. Laut Equaldex sind homosexuelle Aktivitäten in 71 Ländern zumindest bis zu einem gewissen Grad illegal, was viele Menschen dazu veranlasst, sich zu fragen, welche Länder sicher sind für schwule Reisen. Die ILGA vermeldet zudem, dass Homosexualität in 59 % der Länder in Afrika und 50 % der Länder in Asien immer noch illegal ist. Selbst in manchen Gebieten Polens zeigen die jüngsten Anti-LGBTQ-Kampagnen sehr gut, dass unsere Community bis heute gezielt ausgegrenzt wird.

Dennoch bleiben LGBT-Reisen im Großen und Ganzen eine sichere Aktivität. Wenn du einfache Regeln und Konventionen beachtest, kannst du sicherstellen, dass dein Schwulenurlaub im Ausland stressfrei abläuft. Für uns von misterb&b steht nach wie vor im Mittelpunkt, dass die schwule Community sicher und mit Stolz verreisen kann. Um dir zu helfen, geben wir die einige Tipps und Tricks mit auf den Weg, damit dein schwules Reiseerlebnis in einem misterb&b-Apartment oder einem schwulen Hotel völlig reibungslos verläuft.

 

Wie du das richtige Land bzw. die richtige Stadt für deinen Besuch auswählst

Obgleich die Aussicht auf die Auswahl des Reiseziels Aufregung und Vorfreude auslösen kann, sollten LGBTQ-Reisende Vorsicht walten lassen, wenn sie entscheiden, wohin es denn nun gehen soll. Noch heute wird in elf Ländern, darunter Nigeria und Afghanistan, für Homosexualität die Todesstrafe verhängt und andere Orte, darunter Katar und Malaysia, gelten als nicht sicher für schwule und lesbische Reisende. Um einen aktuellen Überblick über die Reisesicherheit zu erhalten, ziehe Equaldex, wo die LGBTQ betreffenden Gesetze für alle Länder aufgelistet sind, sowie die ILGA, die aktuelle Änderungen und Gesetze mit Auswirkung auf die LGBTQ-Community dokumentiert, zu Rate.

Schließlich ist es, wenn du mit deinem jeweiligen Partner in den Urlaub fährst, unerlässlich, dass du für schwules Reisen sichere Orte findest, um unangenehme oder potenziell gefährliche Situationen im Ausland zu vermeiden. Du kannst beispielsweise all die Luxus-Einkaufsmöglichkeiten genießen, die Dubai zu bieten hat – und das ist auch in Ordnung. Für LGBTQ-Reisende ist es jedoch wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, dass das Strafgesetzbuch von Dubai eine Freiheitsstrafe von bis zu 10 Jahren für einvernehmliche Sodomie vorsieht. 2008 wurden zwei lesbische Touristinnen zu einer einmonatigen Haftstrafe verurteilt, weil sie sich an einem Strand in Dubai geküsst hatten.

Trotz dieser ernüchternden Realität haben in den letzten Jahren auch viele Länder Homosexualität entkriminalisiert, die Schwulenehen legalisiert oder beides erreicht. Im Jahr 2019 wurde Homosexualität in Angola und Botswana für legal erklärt, während die Schwulenehe nun sowohl in Taiwan als auch in Österreich anerkannt wird. 2018 war auch das Jahr, in dem Homosexualität in Indien entkriminalisiert wurde und im Februar 2019 erstrahlten die Farben der ersten öffentlichen Pride in Mumbais Straßen. Neben diesen jüngsten Änderungen sind viele andere Orte auf der ganzen Welt, darunter Spanien, Kanada und die Niederlande, seit Langem sichere Zufluchtsorte für schwule und lesbische Reisende und gehören zu den sichersten Ländern für Reisende aus der LGBT-Community.

 

Andere nützliche, staatliche Websites, die manchmal LGBTQ-Themen dokumentieren, und die du vor deiner großen Reise konsultieren könntest, sind:

» Travel.state.gov (USA)

» Gov.uk (GB)

» Diplomatie.gouv.fr (FR)

» Smartraveller.gov.au (AUS)

 

Lokale Normen und Bräuche erkennen und beachten

Das versteht sich beim Reisen von selbst. Würdest du zum Beispiel in Spanien um 18:00 Uhr zum Abendessen gehen, im Vereinigten Königreich auf der rechten Straßenseite fahren oder in den USA nach einem Restaurantbesuch kein Trinkgeld geben? Höchstwahrscheinlich nicht. Aber wenn es um schwules Reisen geht, sollte man noch einen Schritt weiter gehen, um die lokalen Normen und Bräuche eines Landes zu erfahren. Denn auch wenn ein Land Homosexualität gesetzlich erlaubt, ist es sinnvoll, sich ein wenig über das normative gesellschaftliche Gefüge in Bezug auf Toleranz gegenüber schwulen und lesbischen Reisenden zu informieren.

Zum Beispiel möchtest du vielleicht in den warmen Monaten deinen Körper vorführen, den du in den letzten Monaten im Fitnessstudio perfektioniert hast. Dennoch solltest du darauf achten, was genau in der besuchten Stadt „Anstand“ bedeutet, da es manche Menschen respektlos oder beleidigend den lokalen Normen und Traditionen gegenüber finden könnten, wenn du dich mit freiem Oberkörper in der Öffentlichkeit aufhältst.

Eine gute Methode, sich mit den lokalen Einstellungen vertraut zu machen, ist der Blick auf entsprechende Nachrichtenseiten oder sogar Seiten von Lokalverwaltungen. Dort erhältst du vermutlich einen Einblick in die Bräuche, Normen, Einstellungen des Landes und/oder der Stadt und erfährst vielleicht sogar ein wenig LGBTQ-Geschichte. Oder du siehst dir die Stadtführer von misterb&b an, in denen oft der gesellschaftliche und politische Kontext diverser Reiseziele behandelt wird. Als Faustregel wird immer noch dazu geraten, bei der öffentlichen Zurschaustellung von Zuneigung vorsichtig zu sein, bis du das Umfeld genau erkundet hast. Es ist auch unklug, alleine mit Personen mitzugehen, die du nicht sehr gut kennst, wenn du nicht gerade mit anderen Gleichgesinnten in einem öffentlichen Bereich zusammen bist. Das mag übertrieben erscheinen, doch Vorsicht ist immer besser als Nachsicht, und wenn dir etwas falsch oder unsicher vorkommt, dann nimm Abstand.

Wie du einen geeigneten Übernachtungsort auswählst

Auch wenn du dich über die aktuellen LGBTQ+ betreffenden Gesetze eines Landes und die allgemeine Einstellung gegenüber der Community erkundigt hast, kann es in vielen Situationen, einschließlich der von dir ausgewählten Unterkunft, zu Diskriminierung kommen. Man denke zum Beispiel an die Diskriminierung, der sich unser Gründer Matthieu Jost durch seinen Gastgeber während einer Reise nach Barcelona gegenüber sah. Barcelona gilt zwar als eine der in Sachen LGBTQ offensten Städte der Welt, die Diskriminierung war dennoch absolut real. Um dies zu vermeiden, empfehlen wir, bei der Buchung von Unterkünften misterb&b zu nutzen.

Wenn du solo reist, übernachte doch bei einem örtlichen misterb&b-Gastgeber, der dir alles über die Stadt erzählen kann, einschließlich wo die besten schwulen Bars, Restaurants und Clubs sind. Und wer weiß, vielleicht erhältst du sogar eine Einladung zu einer Partynacht im Freundeskreis.

Wenn du stattdessen mit anderen reist oder mehr Privatsphäre bevorzugst, entscheide dich für eine ganze Wohnung. Wenn du mitten im Geschehen sein möchtest, kann es sich lohnen, vorher zu erkunden, ob dein ausgewähltes Reiseziel ein ausgewiesenes Schwulenviertel hat, wie z. B. Marais in Paris oder Chueca in Madrid, und ob es in dem Stadtteil oder in der Nähe misterb&b-Unterkünfte gibt.

misterb&b hat kürzlich seine neuestes Angebot vorgestellt: schwule und schwulenfreundliche Hotels. Wenn du eines dieser Hotels auf misterb&b buchst, kannst du dich auf eine einladende Unterkunft freuen und beispielsweise die unangenehme Anfrage von Doppelbetten anstelle von zwei Einzelbetten vermeiden. Schwule und schwulenfreundliche Hotels sind eine tolle Option, wenn du auf typische Hoteleinrichtungen wie Fitnessraum, Zimmerservice und gar die eigene Hotelbar, in der du am Martini nippen kannst, nicht verzichten möchtest.

 

So baust du Kontakt zu schwulen Einheimischen auf

Es gibt nichts Schöneres, als ein Gespräch mit einem Einheimischen im Bus zu führen oder sich mit jemandem in einer coolen Schwulenbar in der Stadt anzufreunden. Auf Reisen ist der Kontakt mit Einheimischen eine tolle Möglichkeit, sich über das Reiseziel zu informieren, in dem du gerade bist, und deine Erfahrung wird wahrscheinlich authentischer dadurch. Schließlich liegen einige der besten Restaurants und Schwulenclubs der Stadt eher abseits der touristischen Pfade. Wenn du also einen Einheimischen kennst, der dich herumführt, dann hast du alles richtig gemacht!

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, auf Reisen mit schwulen Einheimischen in Kontakt zu kommen. Ein guter Anfang ist die Übernachtung bei einem schwulen misterb&b-Gastgeber. Du teilst nicht nur eine großartige Wohnung mit ihm (oder ihr), sondern dein fantastischer Gastgeber wird wahrscheinlich auch alle relevanten schwulen Bars, Restaurants und Clubs kennen, die du besuchen kannst. Das bedeutet noch mehr Gelegenheit, vor Ort schwule Jungs kennenzulernen. Nebenbei, wenn du einen guten Draht zu deinem Gastgeber hast, lädt er dich vielleicht sogar ein, zusammen mit seinen Freunden auszugehen.

Wenn du lieber in der eigenen misterb&b-Wohnung oder in einem schwulen Hotel übernachten möchtest, können verschiedene Apps wie Facebook, Instagram, Tinder und Grindr hilfreich sein, um mit Menschen in Kontakt zu kommen – auch wenn du nur auf platonische Begegnungen aus bist. Alternativ kannst du dich vorab ein wenig über lokale LGBTQ-Organisationen oder -Zentren informieren, die möglicherweise Meet-ups veranstalten oder die Informationen zu den verschiedenen Orten bieten, in denen schwule und lesbische Events stattfinden.

 

Pride erleben

Nichtsdestotrotz tut sich auf der Welt noch viel für die allgemeine Akzeptanz von LGBTQ+, und weiterhin setzen sich Länder gemeinsam für relevante Themen wie die Legalisierung von Homosexualität und Heirat ein. Während bei Reisen in bestimmte Gebiete der Welt immer noch zu Achtsamkeit geraten wird, ist es andererseits wichtig, die Welt mit Leidenschaft zu erkunden und Pride zu erleben. Ob du solo, mit einer Freundesgruppe oder der auserwählten Person reist: Befolge unsere Reisetipps und -tricks für Schwule, damit dein Schwulenurlaub wunderbar und unvergesslich wird.